Martina Levannier
AMADEUS war geboten. Und was war das für eine Vorstellung! Wir hören „Mozart“ und denken „Wunderkind“… würden wir jemals denken, dass er der Musikrevoluzzer, ja der Popstar seiner Zeit war? Das Theaterstück hat uns einen modernen Mozart gezeigt. In gut 2,5 Stunden ging es um die Geschichte(n) zwischen dem altgedienten aber nur mittelmäßig begabten Hofkapellmeister Salieri und dem „jungen Wilden“ Wolfgang Amadeus Mozart. Bühnenbild, Kostüme und Sprache wurden in die heutige Zeit transferiert und gewisse Ausdrücke des jungen Musikgenies sorgten für spontane Lacher im Publikum.
Mozart trat auf als buchstäblich schillernde Figur in glitzernden Jacken und mit frechem Mundwerk – „megageil“ – und kontrastierte somit sehr augenfällig die Steifheit der alteingesessenen Herren Hofmusiker: streng gekleidet, perfekte Frisur und der gehobenen Sprachverwendung mächtig.
Beeindruckend die Darstellung des Salieri, gespielt von der vieldekorierten Schauspielerin Sona MacDonald. Die langen Monologe gaben einen tiefen Einblick in die Psyche des vom Neid zerfressenen Musikus. Beeindruckend auch die energiegeladene Darstellung Mozarts vom erst 29jährigen Aaron Röll, der Mozarts Exaltiert bis ins Letzte auf die Bühne brachte und ausreizte. So zwischen „Genie und Wahnsinn“.
Einigen war die Aufführung zu modern, andere fanden sie sogar lehrreich. Lernen konnte man etwas über Neid und dass er nirgendwohin führt. Schon gar nicht zu irgendeiner Form von Zufriedenheit. Am Ende muss auch Salieri zugeben, dass es nicht seine Intrigen waren, die Mozart den Tod brachten. Nicht einmal das hat Salieri erreicht. Da bleibt nur der Selbstmord.
Großartiger Abend!
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