August | Lara Postl, 10. Klasse
Kurz vor den Sommerferien machten wir, die 10. Klassen, uns gemeinsam mit Frau Schilling und Herrn Ziegler auf den Weg nach Berlin. Nach einer entspannten Anreise am Nachmittag und bei bestem Wetter kamen wir im Pfefferbett Hostel an. Nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten, konnten wir den ersten Abend nutzen, um die Umgebung kennenzulernen und uns auf die kommenden Tage einzustimmen.
Unser erster Programmtag führte uns ins Haus der Wannseekonferenz. Dort nahmen wir an einem Workshop teil, bei dem wir in kleinen Gruppen historische Dokumente aus der Zeit des Nationalsozialismus untersuchten. Anschließend stellten wir unsere Ergebnisse gegenseitig vor. Es war spannend, sich selbst mit Originalquellen auseinanderzusetzen und dadurch einen anderen Zugang zur Geschichte zu bekommen.
Danach besuchten wir die Organisation „Familienunternehmen und Politik“. Dort erfuhren wir, welche Rolle familiengeführte Unternehmen in Deutschland spielen und wie die Organisation ihre Interessen in politischen Entscheidungsprozessen vertritt. Ein echtes Highlight war der Abschluss auf der Dachterrasse des Gebäudes. Von dort aus hatten wir einen beeindruckenden Blick über das Brandenburger Tor und das Berliner Regierungsviertel – ein perfekter Ort für Erinnerungsfotos.
Am zweiten Tag stand zunächst eine Führung durch das berühmte Hotel Adlon auf dem Programm. Es war interessant zu sehen, wie viel Geschichte sich hinter einem einzigen Gebäude verbirgt. Besonders eindrucksvoll war anschließend der Besuch der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, dem ehemaligen Stasi-Gefängnis. Während der Führung bekamen wir einen Einblick in die Lebensrealität der Inhaftierten und die Methoden der Staatssicherheit. Dieser Programmpunkt hat viele von uns nachdenklich gemacht und gezeigt, wie wichtig Freiheit und Demokratie sind.
Ein weiterer Höhepunkt der Reise war unser Besuch im Deutschen Bundestag. Nach einer Führung durch das Reichstagsgebäude konnten wir mit einem Vertreter der CDU/CSU-Fraktion diskutieren. Dabei ging es nicht nur um aktuelle politische Themen, sondern auch um unterschiedliche Sichtweisen. Besonders spannend war, dass einige unserer internationalen Mitschüler ihre Erfahrungen aus ihren Heimatländern einbrachten. Dadurch entstand eine offene und interessante Diskussion, bei der viele verschiedene Perspektiven aufeinandertrafen.
Am Nachmittag besuchten wir das Holocaust-Mahnmal. Während der Führung und des anschließenden Workshops setzten wir uns intensiv mit der Erinnerungskultur auseinander. Auch hier wurde deutlich, wie wichtig es ist, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen.
An unserem letzten Tag besichtigten wir den ehemaligen Flughafen Tempelhof und erfuhren mehr über seine bewegte Geschichte. Anschließend erkundeten wir bei einer Stadtführung weitere bekannte Orte Berlins. Den Abschluss unserer Klassenfahrt bildete eine Fahrradtour mit „Berlin on Bike“ entlang der ehemaligen Berliner Mauer. So konnten wir viele historische Schauplätze aus nächster Nähe erleben und die Geschichte der Stadt auf eine ganz besondere Weise kennenlernen.
Rückblickend waren die vier Tage in Berlin für uns weit mehr als nur eine Klassenfahrt. Wir haben nicht nur viel über Geschichte und Politik gelernt, sondern auch viele gemeinsame Erlebnisse gesammelt, die unsere Klassengemeinschaft gestärkt haben. Zwischen den Programmpunkten blieb immer wieder Zeit für Gespräche, gemeinsames Lachen und natürlich auch das ein oder andere Erinnerungsfoto. So werden wir diese Reise sicherlich noch lange in guter Erinnerung behalten.
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