Die Weltmeere – Lebensgrundlage und Schauplatz globaler Krisen

Das W-Seminar Geografie

Juli | 2026

Das W-Seminar ist ein zentraler Bestandteil der gymnasialen Oberstufe in Bayern. Über eineinhalb Jahre hinweg beschäftigen sich Schülerinnen und Schüler intensiv mit einem wissenschaftlichen Thema, erlernen Methoden des wissenschaftlichen Arbeitens und verfassen eine umfangreiche Seminararbeit. Ziel ist es, eigenständiges Forschen zu fördern und gezielt auf die Anforderungen eines Studiums vorzubereiten.

Auch an der Schule Schloss Stein entstehen im Rahmen der W-Seminare regelmäßig bemerkenswerte Arbeiten. Ein besonderes Beispiel ist das abgeschlossene W-Seminar im Fach Geografie unter der Leitung von Daniel Glotz.

Eine herausragende Arbeit stammt von Jien He, der ursprünglich aus China kommt und erst vor wenigen Jahren nach Deutschland kam. Trotz der zusätzlichen Herausforderung, sich in einer neuen Sprache und einem neuen Bildungssystem zurechtzufinden, hat er im Alter von nur 16 Jahren sein Abitur an der Schule Schloss Stein mit sehr guten Leistungen abgeschlossen. In seiner Seminararbeit zum Thema »Die Weltmeere – Lebensgrundlage und Schauplatz globaler Krisen« mit dem Schwerpunkt »Globaler Schiffsverkehr – Emissionen, Bioinvasion und weitere Risiken« untersucht er die Bedeutung der Ozeane für Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft und beleuchtet zugleich die Folgen eines der wichtigsten Verkehrssysteme unserer globalisierten Welt.

»Die Seminararbeit von Jien He beschäftigt sich unter anderem mit dem für den Menschen sehr wichtigen Thema der Emissionen von Kohlenstoffdioxid, Schwefeloxide, Stickoxide und Feinstaub und deren Auswirkungen auf den Klimawandel, der in der heutigen Zeit immer mehr voranschreitet und sich natürlich auch nicht aufhalten lässt.«

Daniel Glotz | Geografielehrer & Seminarleiter

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Im Interview mit Jien He

In welchem Fach hast du deine W-Seminararbeit geschrieben und warum?

»Ich habe Geografie als Leitfach meines W-Seminars gewählt und habe zusammen mit Herrn Glotz meine Arbeit geschrieben. Das Rahmenthema ist Weltmeere, und ich habe es gewählt, weil ich es sehr alltagsnah finde. Meiner Meinung nach spielen Weltmeere auch in Zukunft eine wichtige Rolle.«

Warum hast du dich für genau dieses Thema entschieden?

»Mein Thema ist: Globaler Schiffsverkehr – Emissionen, Bioinvasion und weitere Risiken. In der letzten Zeit habe ich im Internet sehr viele Nachrichten über Umweltverschmutzung, vor allem Verschmutzungen in den Meeren, gelesen, und mich interessiert es wirklich sehr, ob das Problem schon so schrecklich und dringend geworden ist. Ich war in meiner Kindheit oft am Strand. Als ich älter geworden bin, segle ich auch sehr gern. Für mich ist die Schifffahrt einfach ein wichtiger Bestandteil der Meere. Deshalb will ich untersuchen, welche Auswirkungen die Schifffahrt auf die Meere hat und wie man sie umweltfreundlicher gestalten kann.«

 

Was war für dich die spannendste Erkenntnis während der Recherche?

»Ich bin von zwei Fakten über die Schifffahrt überrascht: Einerseits werden ca. 90 % der Güter durch Schiffe transportiert, andererseits wäre die Schifffahrt der sechstgrößte CO₂-Emittent der Welt, wenn man die Schifffahrt als ein eigenes Land betrachten würde.«

Diagramm Emission Schifffahrt

Abbildung: Die internationale Schifffahrt verursacht jährlich rund eine Milliarde Tonnen CO₂ und würde damit als eigenständiger Staat zu den größten Emittenten weltweit zählen. Die Werte sind gerundet und dienen der Veranschaulichung

Wie bist du bei deiner Recherche vorgegangen?

»Ich habe insgesamt 32 Quellen benutzt, und nur zwei davon sind Bücher. Ich habe wissenschaftliche Artikel im Internet als meine Hauptquelle benutzt, weil ich mithilfe von Google Scholar sehr einfach relevante wissenschaftliche Artikel finden konnte. Am Anfang habe ich auch versucht, ChatGPT relevante Artikel finden zu lassen. Allerdings hat das nicht gut funktioniert, weil ChatGPT keine guten Quellen finden kann. Außerdem habe ich sehr viele Statistiken und Diagramme benutzt, um meine Arbeit überzeugender und glaubwürdiger zu machen.

Was war die größte Herausforderung bei deiner Arbeit – und wie hast du sie gelöst?

»Ich habe es vor allem schwer gefunden, eine klare Textstruktur zu haben. Am Anfang habe ich einfach alles geschrieben, was ich im Internet gefunden habe und für meine Arbeit relevant sein könnte, ohne klare Struktur und roten Faden. Deshalb fand ich meine Arbeit sehr unlogisch, als ich sie zum ersten Mal durchgelesen habe. Zum Glück hatte ich damals noch viel Zeit und konnte sie noch verbessern. Ich habe zunächst alle Informationen als Mindmap sortiert und die Beziehungen zwischen den Informationen analysiert. Dann habe ich die Informationen strukturiert in meiner Arbeit dargestellt. Das hat tatsächlich sehr gut funktioniert.«

Welche Fähigkeiten oder Erfahrungen nimmst du persönlich aus dem W-Seminar mit?

»Zeitmanagement und die Zitierweise finde ich persönlich sehr wichtig. Wenn ich mit meiner Arbeit sehr spät angefangen hätte, hätte ich keine Zeit gehabt, sie noch einmal durchzulesen und zu verbessern. Daher bin ich immer noch sehr dankbar, dass ich früh angefangen habe. Ich habe auch gelernt, wie man richtig zitieren kann. Das ist natürlich fürs Studium sehr wichtig.«

Welchen Tipp kannst du an die nächste W-Seminar-Generation geben?

»1. Früh anfangen. Es ist immer gut, wenn man früher anfängt zu schreiben. Man hat viel mehr Zeit und viel weniger Stress. Am Ende hat man noch die Möglichkeit, die Arbeit zu verbessern.

2. Strukturiert arbeiten. Ich habe die Quellen immer auf meinem USB-Stick gespeichert, direkt nachdem ich sie benutzt habe, und sie anschließend im Literaturverzeichnis eingetragen.«

Schifffahrtskarte

»Durch Jiens Seminararbeit, verbunden mit einer sehr großen Literaturrecherche, werden einem die Hintergründe des globalen Schiffsverkehrs, seine wirtschaftliche Bedeutung, die Emissionen und die biologischen Wirkungen durch Schifffahrten deutlich vor Augen geführt. Ein Blick in die Zukunft, vor allem mit der Diskussion, herkömmliche Treibstoffe durch alternative Brennstoffe zu ersetzen und ob dadurch eine klimaneutrale Schifffahrt möglich sei, rundet diese sehr gute Seminararbeit ab.«

Daniel Glotz | Geografielehrer & Seminarleiter

Dein persönliches Resümee? Was nimmst du insgesamt aus dem W-Seminar mit? Würdest du dein Thema wieder wählen?

»Ja, ich finde das W-Seminar allgemein sehr interessant. Man hat die Möglichkeit, eine wissenschaftliche Arbeit zu schreiben, was für das Studium auch sehr hilfreich ist. Es ist eine sehr gute Vorbereitung für die Uni, obwohl es auch sehr viel Stress mit sich bringen kann, wenn man z. B. ein schlechtes Zeitmanagement hat. Ich würde mein Thema auf jeden Fall wieder wählen, weil ich immer noch vieles nicht weiß und gerne mehr darüber erfahren möchte.«

Wenn du dein W-Seminar in drei Worten beschreiben müsstest?
»Interessant – Hilfreich – Herausfordernd«

Anmerkung: Das Interview wurde bereits im März 2026 geführt.

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