August | Daniel Glotz, Geographielehrer & OSk
In der letzten Woche des vergangenen Schuljahres führte die komplette Q12 unter der Leitung von Herrn Glotz und der Begleitung von Frau Kraus eine Exkursion nach Landshut durch. Sie ist die größte Stadt Niederbayerns mit mittlerweile über 70000 Einwohnern. Nach unserer Ankunft erhielten wir eine Führung, bei der wir viel über die Stadt und ihre Entwicklung erfuhren.
Landshut hat eine lange Geschichte als Zentrum des bayerischen Herzogtums. Wahrscheinlich um 1204 ließ sie Ludwig I. von Bayern als Stadt gründen. In den Jahren rund um 1392/1393 wurde Landshut zur Hauptstadt des Herzogtums Bayern-Landshut und erlebte als Residenzstadt eine Blütezeit unter den Wittelsbachern. Die Landshuter Hochzeit ist eines der größten historischen Feste in Europa. Sie erinnert an die Vermählung des Landshuter Herzogssohns Georg dem Reichen mit der polnischen Königstochter Hedwig im Jahr 1475. Das alle vier Jahre im Sommer stattfindende Spektakel zieht mit über 2.000 ehrenamtlichen Mitwirkenden in originalgetreuen Kostümen Hunderttausende Besucher an. 1503 endete das Herzogtum Bayern-Landshut infolge der Erbfolgeregelungen und Landshut fiel an Bayern-München. Im Zuge der Reformen der napoleonischen Zeit wurde Landshut 1806 in das Königreich Bayern eingegliedert. Seitdem entwickelte sich die Stadt weiter, wirtschaftlich wie kulturell, sie blieb und bleibt weiterhin ein bedeutendes Zentrum in der Region Niederbayern. Namhafte Arbeitgeber wie die Bayerischen Motoren Werke (BMW), EBM-Papst, Brandt-Zwieback-Schokoladen oder Schott Electronics haben dort einen Firmensitz. Seit 1978 ist Landshut auch eine (Fach)Hochschulstadt. Leider ist diese an den Stadtrand mit Studentenwohnheimen angesiedelt, sodass laut offiziellen Erhebungen nur wenige Studenten das „Leben in der Altstadt“ genießen. Dies ist auch durch eine große Pendlerquote begründet. Nach den Vorlesungen wird häufig keine weitere Zeit in Landshut verbracht, sondern nach Hause gefahren.
Landshut erfährt zudem ein stetiges Bevölkerungswachstum, dies ist durch die Nähe zur Landeshauptstadt München ersichtlich. Die dort vorherrschenden Lebenshaltungs- und Wohnkosten steigen im großen Ausmaß, deshalb werden (noch) günstigere Alternativen gesucht.
Nach dieser interessanten Führung ging es für uns alle noch in einen Biergarten neben der Isar. Dort ließen wir den Tag ausklingen, bevor wir die Rückfahrt nach Stein antraten.