angelika ziegler ext

Stein proudly presents:

Angelika Ziegler

Angelika Ziegler gehört zu den Persönlichkeiten, die die Schule Schloss Stein über (alle!) Jahrzehnte geprägt haben – nicht nur durch ihr Engagement, sondern vor allem durch ihre Herzenswärme, ihren klaren Blick für Menschen und ihre unerschütterliche Verbundenheit mit dem Internat. Dieses Porträt in der Reihe »Stein proudly presents« ist deshalb eine etwas ausgedehntere Version: Es kann nur einen Ausschnitt dessen zeigen, was Angelika »Angie« Ziegler für Stein bedeutet. Zum Glück teilen einige Stimmen Erinnerungen und Begegnungen mit ihr, die ihre Rolle, ihren Einfluss und ihre Präsenz über Generationen hinweg sichtbar machen.

»Frau Angelika Ziegler hat während Jahrzehnten großen Einfluß auf die
positive Entwicklung der Schule Schloß Stein gehabt!
Sie hat sich um die Schule sehr verdient gemacht!«

Christian von Pfuel | Steinzeit 1954-1963

angelikaziegler

Die Gründungsjahre

Schon in den ersten Jahren nach der Gründung 1948 war Angelika Ziegler eng mit Stein verbunden. Als eine der ersten Schülerinnen erlebte sie den Aufbau des Internats hautnah und wurde Teil einer lebendigen, von Eigeninitiative geprägten Gemeinschaft. Kultur, Theater und gemeinschaftliche Projekte spielten von Anfang an eine große Rolle – und Angelika trug früh dazu bei, dass das Internatsleben seinen besonderen Charakter erhielt.

»Stein und ganz besonders das Ehepaar Ziegler haben mich nachhaltig geprägt und sehr stark den berühmten »Steiner Geist« vermittelt. 

Durch meine ganzen Unarten (oft zu spät, nachts Spaghetti gekocht etc.) wurde mir ständig zum Appell ein Arbeitsdienst aufgebrummt – oft in der Schneiderei Strümpfe sortieren! 
Dort war oft Frau Ziegler am Nähen und so haben wir uns besser kennengelernt, sehr gut verstanden und eine gemeinsame Leidenschaft für Mode entwickelt. 
Sie ist eine wunderbare Persönlichkeit, ihre Herzenswärme, ihre Art sich auszudrücken, ihre gnadenlose Bodenständigkeit haben mich mitgeprägt und bestimmt viele andere Schüler auch. 
Ich bin dankbar für die Zeit mit Angie Ziegler.«

Susanne Botschen | Steinzeit 1978-1980

»Wenn ich an meine Mutter aus meiner Schülerperspektive denke (schließlich verbrachte ich meine gesamte Gymnasialzeit in Stein), dann kommt mir gerade spontan und als erstes ihre Liebe für Details in den Sinn. Die Zuteilung der Zimmer, die Ausstattung der Abteilungen, Vorhänge, Möblierung, Farben, Stoffe. Alles sollte perfekt sein. Aber am Ende geht es ihr nicht um Ästhetik, sondern um den stilsicheren und glücklichen Rahmen für ein Zuhause für alle Steiner.«

Nicolas Ziegler | Sohn, Steinzeit 1981-1990

nicolasundangieziegler

1960er bis 90er: Prägung über Jahrzehnte

Nach dem frühen Tod von Ilse Wiskott übernahm Olaf Ziegler gemeinsam mit Angelika Ziegler die Leitung der Schule. Über drei Jahrzehnte hinweg prägten sie Stein maßgeblich: von der pädagogischen Ausrichtung über Theater- und Kulturprojekte bis hin zu Schulreisen und Filmclubs. Angelika Ziegler war stets präsent – als Ratgeberin, Gesprächspartnerin, Beobachterin des Schulalltags und als Persönlichkeit, die vielen Schülerinnen und Schülern bis heute in Erinnerung bleibt. Ihre Mischung aus Herzenswärme, Bodenständigkeit und klarem Blick machte sie zu einer festen Bezugsperson, die den Geist von Stein nachhaltig mit formte.

»Wenn mich heute jemand fragte: »Wer hat den Steiner Geist für Dich am stärksten geprägt?«, dann würde ich sagen: Angelika Ziegler.

Ihre unendliche Liebe zu diesem Ort und zu den Menschen, die er mit ihr verbindet – diese Liebe umfängt uns und hält uns alle. 

Ich bewundere die Klarheit, mit der sie Dinge sieht, ausspricht und erinnert. Diese Klarheit ist nicht immer bequem – und vielleicht auch nicht immer die einzig mögliche Wahrheit. Aber sie ist immer wahrhaftig – und deshalb so wertvoll. 

Nach Stein zu kommen ist für mich ein bisschen wie nach Hause zu kommen – auch, weil sie da ist!«

Andreas Kurzlechner | Steinzeit 1990-1995

Ab den 2000er-Jahren bis heute

Auch nach der Übernahme durch ihren Sohn Sebastian Ziegler blieb Angelika Ziegler im Alltag von Stein präsent. Besonders im Speisesaal am Esstisch war sie für viele Schülerinnen und Schüler ein vertrauter Anblick und eine prägende Figur – nicht zuletzt durch ihre liebevolle Sorge um Tischmanieren. Bis zur Coronapandemie nahm sie bei jedem Mittagessen im vorderen Speisesaal Platz, war interessiert am Geschehen, sprach mit den Schülerinnen und Schülern und blieb so Teil des täglichen Lebens im Internat.

Bis heute verfolgt sie aufmerksam, was sich auf dem Schlossgelände und in der Schulgemeinschaft entwickelt: neugierig, interessiert und stets mit einem wachen Blick auf das, was in Stein passiert. Erst vor kurzem haben wir gemeinsam ihren 90. Geburtstag feiern dürfen!

Herr Wabra und Angie Ziegler

»Sie trägt in zwei wichtigen Phasen zu den Geschicken in der Schule Schloss Stein bei:

Erst einmal gehört sie zu den fast ersten Schülern in der Gründungsphase nach dem Krieg. In dieser Zeit dürfen die Kinder und Jugendlichen überraschenderweise viel selbst gestalten, sind aber offenbar auch klug angeleitet. Hier entsteht auch unter ihrer maßgeblichen Beteiligung die Theater Arbeit, die von den Schülern selbst organisiert war zusammen mit Percy Adlon, Wilhelm Solms und Isolde Wiskott, der Tochter des Hauses für die Stein gegründet worden war.
Phase zwei sind die über 30 Jahre an der Seite meines Vaters Olaf Ziegler, in der sie Stein zwischen 1964 bis Mitte der Neunzigerjahre prägt. Viele Altsteiner besonders aus den 80er und 90er Jahren halten ihr bis heute die Treue und pflegen eine echte Freundschaft, die sie genießt und selbst auch pflegt.
Heute nimmt sie regen Anteil an allem was in Stein passiert. Sie ist neugierig, regt an und erlaubt sich gelegentlich auch ein kritisches Wort. Das darf gerne noch lange so bleiben.«

Sebastian Ziegler | Sohn & Gesamtleiter, Steinzeit 1980-1984

Weitere Episoden, Anekdoten & Wünsche…

»Beide Zieglers fanden immer eher die unangepassten unter den »Steinern« am interessantesten. Und das finde ich bis heute klasse.«

Clemens von Stauffenberg |  Steinzeit 1972-1979

Es war so um 1977 oder 1978, Stein schon länger im Umbruch: Auf der einen Seite eine Menge Schüler und Schülerinnen im chicen Anzug und Krawatte bzw. teurem Herméstuch um den mit  Perlenkette geschmückten Hals. Auf der anderen Seite eine handvoll Schüler in geflickten Jeans und »Walle Walle« Indien Kleider, die mit dampfender Teetasse in Richtung Hartplatz schlurften. 

Ich gehörte eher zur zweiten Riege, hatte aber einige Trümpfe in Petto: Schülersprecher, Leiter des Filmclubs – Zitat Olaf Ziegler »mit dem besten Programm südlich von München« – sowie Initiator einer Teestube im Keller des Schulhauses. Und deshalb wurde ich von den Zieglers zusammen mit einigen verdienten Mitschülern und Mitschülerinnen nach Salzburg ins Theater eingeladen.
 
Ich stand adrett gekleidet mit Frau Ziegler vor dem Kuhstall, als einige Mitschüler der »Flanellfraktion« grinsend riefen »Hey! scharfer Anzug, Staufi, geht es heute zum Tanzkurs?« Bevor ich was erwidern konnte, rief Frau Ziegler mit lauter Stimme: »Nein, wir fahren nach Salzburg ins Theater, weil der Staufi im Gegensatz zu Euch auch was für andere tut, das würde Euch ab und zu nicht schaden.«
 
Ich gestehe, mir war das damals ziemlich peinlich, aber mittlerweile weiß ich, dass beide Zieglers immer eher die unangepassten unter den »Steinern« am interessantesten fanden. Und das finde ich bis heute klasse.
Clemens von Stauffenberg | Altsteiner, Abitur 1979
Angelika und Olaf Ziegler

»So wurde Angelika für uns zur Ur-Mutter aller dentes ardui.«

Klaus Oberkandler | Steinzeit 1962-1971

Sie war unser dens arduus

Jeder denkt liebevoll an Angelika Ziegler, ohne die Stein nicht das wäre, was es heute ist. Ich bin sicher, alles was ich an Liebevollem, Respektvollem und Warmherzigen gerne über sie anlässlich ihres 90. Geburtstags schreiben würde, können andere viel besser als ich formulieren. Deshalb möchte ich stattdessen eine kleine Anekdote aus der Zeit beisteuern, als Angie nach dem Tod von Ilse Wiskott mit ihrem Mann Olaf zurück nach Stein gekommen ist. Natürlich haben wir alle »die Neue« beäugt. Dass das die Frau vom neuen Chef ist, war für uns Nebensache. Wir waren halt die Vor-68er. Das spätere Revoluzzertum warf schon gewaltig lange Schatten voraus. Und wie mir Angelika beim Altsteinertreffen 2025 bestätigte, waren unsere Jahrgänge alles andere als das Gelbe vom Ei damals. Das wussten wir aber selber. Wir waren respektlos, haben das Establishment verachtet, Kapitalisten verteufelt, ohne zu umreißen, dass genau dieses System uns die Komfortzone Stein ermöglichte.

So beschränkte sich damals unser Interesse an »der Neuen« aufs Äußere. Vorzüge und Nachteile wurden abgewogen (»sehr hübsch, aber ziemlich klein«). Das Positive überwog. Und in einer todlangweiligen Lateinstunde bei Heinz Lämmel tauschten wir tuschelnd unsere Einschätzungen über Vor- und Nachteile von Angelika aus. Das blieb unserem »Hasenvater« Lämmel nicht verborgen und er schnappte die Bemerkung eines meiner Kassenkameraden auf, der meinte, die Angie sei ein richtig »steiler Zahn«. Lämmel bekam diesen Ausdruck mit und fragte, ob es solche Formulierungen wohl schon bei den alten Römern gegeben habe. Natürlich wussten wir Ahnungslosen darauf keine Antwort. Aber er: Dens arduus – und fragte gleich den Plural nach: Dentes Ardui. Mit dem neuen Wissen kamen wir fortan manchem Mädchen näher, dem wir mit unserem Lateinwissen erstens imponieren und zweitens ihm klarmachen wollten, wie toll wir es finden. So wurde Angelika für uns zur Ur-Mutter aller dentes ardui.

Liebe Angelika, heute schmunzeln wir über solche Erinnerungen. Ich glaube, Du hast noch nie davon gehört, dass Du unser Dens arduus warst, Und ich hoffe, Du liest diese Zeilen auch mit einem fröhlichen Zurückdenken an jene Zeit. Eine persönliche Anmerkung zum Schluss: Du hast mit Deiner warmherzigen, mit Deiner verständis- und liebevollen Art nicht nur meine Stein-Zeit bereichert. Es ist für mich auch heute noch etwas ganz Besonderes, Dich treffen und mit Dir plaudern zu dürfen. Möge es noch viele Jahre so bleiben

In herzlicher Verbundenheit

– Klaus Oberkandler | Steinzeit 1962-1971

frühstück 60er

»Vormals »Liebe Frau Ziegler« und heute »meine liebste Angie«!

Zu Deinem 90. Geburtstag wünsche ich Dir von ganzem Herzen, dass Du weiterhin so gesund und im Herzen weiterhin so jung bleibst! Ich bewundere und schätze Deine Lebensfreude, Dein Interesse an so Vielem, Deine Wissbegierde, Deine Aufgeschlossenheit, Deine Weisheit und Deine große Lebenserfahrung! Wir kennen uns nun seit 50 Jahren und unsere Verbindung ist im Laufe der Jahre stetig gewachsen. Durch meine ehrenamtlichen Tätigkeiten in Stein ist das Internat wie ein zweites Zuhause für mich geworden und Du meine Herzensfreundin!
Möge es noch ganz lange so bleiben!«

Deine Erina Uhl | Steinzeit 1977-1982

j.sonnenschein d.niedersteiner a.ziegler sommerfest website

Stein in der Geschichte:

abi schule schloss stein b229

Die Abiturjahrgänge 2020-2024

Die Abiturjahrgänge 2020–2024 blicken auf Jahre voller Herausforderungen, Zusammenhalt und unvergesslicher Momente zurück. Zwischen Corona, neuen Projekten im Internat und persönlichen Erlebnissen erzählen sie, was Stein in dieser besonderen Zeit für sie bedeutet hat.

dsc02513

Stein in der Geschichte: Die 2010er

Neue Wege, große Veränderungen – und Erinnerungen, die bleiben. Die 2010er waren in Stein ein Jahrzehnt voller Bewegung: Das neue Abitur, moderne Technik, neue Gesichter und ein starkes Miteinander prägten den Alltag. Wer damals hier war, erinnert sich nicht nur an Unterricht und Prüfungen, sondern an Gemeinschaft, Freundschaften und dieses besondere Gefühl, in Stein zu Hause zu sein.

Abiturbild 1965

Stein in der Geschichte: Der Abiturjahrgang 1965

Der Abiturjahrgang 1965 der Schule Schloss Stein blickt auf sechs Jahrzehnte voller Erinnerungen zurück. Beim Jubiläumstreffen im Juli 2025 wurden nicht nur Geschichten aus dem Internatsleben ausgetauscht, sondern auch bewegende Momente gemeinsamer Schulzeit wieder lebendig.

bild 20250606 120653 9fa87a94 16 9

STEIN IN DER GESCHICHTE: DIE 2000ER JAHRE

Die Jahrtausendwende brachte nicht nur neue Technologien und musikalische Trends hervor, sondern prägte auch das Leben in altehrwürdigen Institutionen wie dem Internat Schloss Stein auf ganz eigene Weise. Wer in den 2000er Jahren die steinernen Mauern dieses traditionsreichen Internats sein Zuhause nannte, erinnert sich an eine spannende Mischung aus Bewährtem und dem Einzug des neuen Jahrhunderts.